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Input Lag beim Fernseher: Was ist ein guter Wert?

Grafik zum Thema: Input Lag beim Fernseher: Was ist ein guter Wert?

Stand: , 3 Minuten Lesezeit

Du drückst die Taste, und dein Charakter springt einen Wimpernschlag zu spät? Dann ist der Input Lag schuld. Gemeint ist die Zeit zwischen deiner Eingabe und der sichtbaren Reaktion auf dem Bildschirm. Beim Fernseher hängt sie vor allem davon ab, wie viel das Gerät am Bild herumrechnet. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Einstellungen sind moderne Fernseher kaum langsamer als Gaming-Monitore.

Was Input Lag genau bedeutet

Zwischen Tastendruck und Bild liegen mehrere Stationen: Der Controller funkt die Eingabe zur Konsole, das Spiel berechnet das nächste Bild, das Signal läuft per HDMI zum Fernseher, der Fernseher verarbeitet es, und schließlich schalten die Pixel um. Wenn Testberichte den Input Lag eines Fernsehers nennen, meinen sie nur den Anteil des Fernsehers. Den Rest bestimmen Spiel und Konsole.

Kette vom Tastendruck bis zum Bild: Controller, Konsole, Kabel, Fernseher und Panel. Der Fernseher beeinflusst seinen Anteil über den Spielmodus.ControllerTastendruck per FunkKonsole oder PCberechnet das nächste BildKabelÜbertragung per HDMIFernseherBildverarbeitungPanelPixel schalten umDiesen Teil senkt der SpielmodusInput Lag ist die Summe aller Stationen. Tests von Fernsehern messen meist nur den Anteil des Fernsehers.
Vom Tastendruck bis zum Bild: Den Anteil des Fernsehers senkt vor allem der Spielmodus.

Welcher Wert ist gut?

Im Spielmodus erreichen gute Fernseher bei 60 Hz Werte von etwa 10 bis 15 Millisekunden, bei 120 Hz oft unter 10 Millisekunden. Das liegt auf dem Niveau vieler Monitore. Außerhalb des Spielmodus sind 50 bis über 100 Millisekunden keine Seltenheit, weil der Fernseher dann Bewegungen glättet, Rauschen filtert und Bilder schärft.

Input LagEinschätzung
unter 10 mshervorragend, auch für kompetitive Spiele
10 bis 20 mssehr gut, für fast alle Spieler unmerklich
20 bis 40 msfür Story-Spiele okay, bei Shootern spürbar
über 40 mszu viel, meist ist der Spielmodus aus

Richtwerte für den Anteil des Fernsehers, gemessen im Spielmodus.

Warum die Bildwiederholrate mitspielt

Bei 60 Hz kommt alle 16,7 Millisekunden ein neues Bild, bei 120 Hz alle 8,3 Millisekunden. Schon deshalb sinkt die durchschnittliche Wartezeit auf das nächste Bild. Wer die Wahl hat, spielt im 120-Hz-Modus eines Spiels nicht nur flüssiger, sondern auch direkter. Mehr dazu im Artikel 120 Hz, 144 Hz oder 165 Hz.

So senkst du den Input Lag

  1. Spielmodus aktivierenEr schaltet aufwendige Bildverarbeitung ab und ist der größte Hebel. Bei manchen Herstellern heißt er Game Optimizer, Game Master oder Game Mode.
  2. ALLM einschaltenMit Auto Low Latency Mode wechselt der Fernseher automatisch in den Spielmodus, sobald die Konsole ein Spiel startet. Aktiviere die Funktion an Konsole und Fernseher.
  3. 120 Hz nutzenSchalte an der Konsole die 120-Hz-Ausgabe ein und wähle im Spiel den Leistungsmodus, wenn es einen gibt.
  4. Zusatzfunktionen prüfenBewegungsglättung, Rauschfilter und dynamischer Kontrast erhöhen die Verzögerung. Im Spielmodus sollten sie aus sein.
  5. Turbo-Optionen testenEinige Fernseher bieten einen zusätzlichen Modus für noch geringere Verzögerung, etwa unter Begriffen wie Boost oder Eingabeverzögerung verhindern. Er spart oft noch einige Millisekunden.

Versteckte Verzögerungen

Bluetooth-Kopfhörer

Ton über Bluetooth hinkt dem Bild oft hinterher. Für Spiele sind Headsets mit eigenem Funkempfänger oder Kabel die bessere Wahl. Mehr dazu im Artikel Gaming-Headset oder Soundbar.

Soundbar und AV-Receiver

Auch die Klangverarbeitung kann Zeit kosten. Wird der Ton über die Soundbar ausgegeben, bleibt das Bild davon unberührt, der Klang kommt aber eventuell minimal später. Viele Geräte bieten eine Synchronisation.

Der falsche Eingang

Bei einigen Fernsehern greifen bestimmte Bildmodi nur an bestimmten HDMI-Eingängen. Die Konsole gehört an einen Eingang mit HDMI 2.1 und Spielmodus-Unterstützung.

Fazit

Input Lag ist kein Grund, auf einen Fernseher zu verzichten. Im Spielmodus mit 120 Hz liegen gute Geräte unter 10 Millisekunden und damit im Bereich von Gaming-Monitoren. Entscheidend ist, dass du den Spielmodus nutzt und ALLM aktivierst. Welche Fernseher dafür besonders gut geeignet sind, zeigt unser Gaming-TV-Vergleich.

Häufige Fragen

Ist Input Lag dasselbe wie Reaktionszeit?

Nein. Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell ein Pixel seine Farbe wechselt. Der Input Lag ist die gesamte Verzögerung, bis eine Eingabe sichtbar wird. Beide beeinflussen das Spielgefühl, der Input Lag spürbarer.

Merkt man 10 Millisekunden Unterschied?

Bei Story-Spielen kaum. In schnellen Shootern oder Rhythmusspielen bemerken erfahrene Spieler Unterschiede ab etwa 15 bis 20 Millisekunden.

Hat ein OLED weniger Input Lag?

Nicht automatisch. OLED hat die kürzere Reaktionszeit. Der Input Lag hängt vor allem von der Bildverarbeitung ab, gute LCD-Fernseher erreichen ähnliche Werte.